So weit die Füße tragen

Das neue Jahr steckt noch in den Kinderschuhen – allerdings ist es schon reichlich gefüllt mit guten Vorsätzen, vielen Terminen, Aufgaben und To-Do-Listen. Besonders beliebt nach den üppigen Weihnachts- und Silvesteressen: Mehr Sport treiben und ein gesünderes, vitaleres Leben starten. Nach anfänglicher Euphorie verliert sich die Freude am neu entdeckten Bewegungsdrang allerdings recht flott. Grund dafür ist oftmals eine unausreichende Vorbereitung. Gerade beim Laufen trennt sich die Spreu schnell vom Weizen. Dabei kann mit ein paar grundlegenden Tipps jeder seine Freude am Laufen finden..

Der erste Schritt  hinaus ins Freie – man spürt die frische Luft, atmet tief ein und inhaliert die kühle, sauerstoffreiche Luft. Beschwingt setzt man einen Fuß vor den anderen, erhöht leicht das Tempo und trabt locker dahin. Zum Takt der Musik, welche man sich zuvor auf seinem MP3-Player zu flotten Play-Listen, passend zum jeweiligen Lauf-Tempo, zusammengestellt hat,  joggt man durch die Landschaft. Glücksgefühle werden freigesetzt, man ist eins mit der Natur und erlebt seine ganz persönliche Auszeit. Anschließend fühlt man sich ausgepowert, aber vital und fit.

So zumindest die romantische Mär vom Joggen. In Wahrheit allerdings plagen einen schon nach wenigen Metern ungute Schmerzen, angefangen von nervigem Seitenstechen bis hin zu unangenehmen und ungesunden Knieschmerzen. Auch Sofie kennt das Disaster Laufen nur zu gut. Die junge Berliner versucht seit einem guten Jahr, ihren Lauf- und Trainingsrhythmus zu finden.

„Auch dieses Jahr habe ich mir wieder vorgenommen, etwas abzunehmen und mich gesünder zu ernähren. Mein Ansatz ist nach wie vor mehr Sport zu treiben. Aber ich möchte nicht an ein Fitnessstudio und damit an Öffnungs- und Kurszeiten bzw. an Eintrittspreise gebunden sein. Ich möchte Sport machen – aber eben zu genau den Zeiten, zu denen ich Lust habe und ohne dass ich dafür monatlich Geld ausgeben muss. Das kann ich mir momentan auch gar nicht leisten.“ Mit dieser Meinung ist Sofie nicht allein. Viele wollen unabhängig von Sportstudios trainieren und keine zusätzlichen, regelmäßigen Kosten in Form von Mitgliedsgebühren entrichten.

Joggen – Individuell anpassbar und ‚frei’

Laufen oder auch Walken bietet sich gerade in solchen Fällen besonders an. Die meisten Städte besitzen große Grünanlagen, oftmals finden sich schöne Laufstrecken. In ländlich gelegenen Ortschaften findet man bereits vor der Haustür ideale Laufbedingungen. Sobald Zeit und Lust vorhanden sind, kann man sich in seine Sportsachen werfen und losstarten. Allerdings ist eines dabei unerlässlich: gutes Schuhwerk!

Auch wenn man bei Mitgliedsgebühren für Fitnessstudios und teuren Sportarten sparen möchte, am Schuhwerk sollte gerade beim Laufen nicht gegeizt werden. Eine fachkundige Beratung in Sportgeschäften ist unabdingbar, um dem Laufspaß keinen Abbruch zu tun. Ungeeignete Schuhe führen sehr schnell zu Gelenkschmerzen, die Schritte werden nicht richtig abgefedert, die Wirbelsäule kann belastet werden. Zudem geben 0815 Schuhe oftmals auch zu wenig Halt, Umknicken o.ä. kann die Folge sein. Um dies zu verhindern sollten passende Laufschuhe erstanden werden.

Auch Sofie hat dies inzwischen erkannt. „Anfangs habe ich mich immer gewundert, warum mir nach dem Laufen alles wehtat. Vor allem meine Knie taten höllisch weh. Ich lief allerdings auch mit Freizeitschuhen. Eine Freundin riet mir, ich solle mir doch mal Laufschuhe zulegen. Ich ließ mich beraten und habe mir eher teure Joggingschuhe besorgt. Der Preis war schon abschreckend. Allerdings war auch das Laufgefühl dementsprechend anders. Meine Schritte wurden abgedämpft, ich lief beschwingter und leichter. Meine Knie haben seitdem nie wieder geschmerzt. Nun kann ich anfangen, regelmäßig zu laufen. “

Gerade während der kalten Jahreszeit ist neben passendem Schuhwerk auch die Kleidung ein wichtiger Faktor. Da man beim Joggen schnell schwitzt, muss darauf geachtet werden, Kleidung zu tragen, in der man nicht auskühlt. Die Kleidung darf sich nicht mit Schweiß vollsaugen, denn so würde schnell ein sehr klammes Gefühl entstehen. Generell gilt: Kleidung wählen, in der man sich wohl fühlt.

Die Strecke

Lange Zeit galt Waldboden als der ideale Untergrund, um seinen perfekten Lauf zu finden. Der Boden federt, die Gelenke werden geschont. Hinzukommt die frische Waldluft und die stimmige Atmosphäre, welche das Laufen zu einem echten Erlebnis machen. Atmosphäre und Luft sind natürlich unschlagbar, allerdings können inzwischen alle Böden bedenkenlos als Laufstrecke gewählt werden. Heutige Laufschuhe sind dergestalt konzipiert, dass sich jeder Untergrund zum gelenkschonenden Laufen eignet. Man muss also nicht bis zum nächsten Waldstück fahren, um perfekte Bedingungen zu finden.

Gerade am Anfang einer ‚Läuferkarriere’ empfiehlt es sich, eine übersichtliche Streckenlänge zu wählen. Überfordert man sich gleich zu Anfang, sinkt die Lust, auch in Zukunft zu laufen, erheblich. Daher zu Beginn lieber kürzere Strecken wählen und dann langsam steigern. Anfangs sollten sich ausserdem Geh- und Laufphasen abwechseln, bis sich der Körper an die Belastung gewöhnen konnte. Schon nach ca. 14 Tagen kann eine Strecke von ca. 30 min ohne Gehpausen gelaufen werden. Regelmäßiges Training vorausgesetzt.

Sofie hat sich nun einen Trainingsplan erstellt. „Ich versuche, dreimal pro Woche laufen zu gehen. Ich habe ein nettes Waldstückchen gefunden, das verschiedene Wege bietet. Je nachdem ob ich lange oder kurz laufen möchte, wähle ich einen anderen Weg. Momentan schaffe ich eine halbe Stunde mit ein paar Pausen. In ein paar Wochen möchte ich diese Zeit ohne Unterbrechungen laufen können. Meine Musik hilft mir, in einen gleichmäßigen Laufrhythmus zu finden. Ich denke, so kann ich das auf Dauer in meinen Alltag integrieren. Diesmal habe ich ein gutes Gefühl, dass das Laufen und ich ein richtig gutes Team werden!“

Wie überall gilt auch beim Laufen: Nicht übertreiben. Regenerationsphasen sind ebenso wichtig wie aktive Sporteinheiten. Wer seinem Körper keine Gelegenheit gibt, um sich zu erholen, wird kaum Trainingserfolge verspüren, sondern sich lediglich erschöpft und ausgelaugt fühlen.  Auch Sofie hält sich daran. „Ich gönne mir zwischendurch richtig faule Tage. Die Abwechslung zwischen einem gemütlichen Sofa-Tag und einem Power-Lauf-Tag macht mir Spaß. Ich denke, das Laufen und ich werden noch zu guten Freunden.“

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