Mit Kindern über den Tod sprechen

Kinder sprechen dieses Thema meist von sich aus irgendwann einmal an  –  schon kleine Kinder interessieren sich dafür und stellen Fragen, auch ohne konkreten Todesfall im Familienkreis oder eines Haustieres.

Vor allem im Kreis der Jahreszeiten bietet sich dieses Thema für Kinder, Eltern und Erzieher  geradezu an  –  Blumen blühen irgendwann einmal auf, verwelken allerdings auch wieder, aus Kaulquappen werden Frösche, und die Raupe fliegt bald einmal als Schmetterling davon…

Fragen und Erzählungen der Kinder sollten in diesem Zusammenhang immer ernst genommen  werden. Den meisten Eltern ist es unangenehm, mit Kindern über das Thema der Vergänglichkeit zu sprechen.

Trotzdem sollte man den Tod nicht noch mehr zum Tabu machen, als er es in unserer Gesellschaft ohnehin schon ist  –  er gehört zum Leben dazu wie das Atmen, das Essen und Trinken.

Kind haben ein eigenes Verständnis vom Tod: Bis zu ihrem 3. Oder 4. Lebensjahr begreifen sie seine Endgültigkeit nicht. Dies ist nämlich sowohl kognitiv als auch erlebnisorientiert vom kindlichen Vorstellungsvermögen ausgeschlossen. „Papa geht zur Arbeit und kommt wieder nach Hause.“  –  Dass ein Elternteil das Haus verlässt und niemals wiederkommt, passiert normalerweise nicht!

Fragen zum Tod

Spätestens ab dem 4.Lebensjahr fangen Kinder an, Fragen zum Tod zu stellen. Da sind sie beim Gedanken an den Tod emotional meist selbst noch nicht betroffen und glauben, dass „nur andere“ sterben (aber niemand aus der eigenen Familie).

Spätestens mit 6 Jahren haben eigentlich alle Kinder schon Kontakt mit dem Tod gehabt –  ob es sich nun um einen Todesfall im Familienkreis handelt, ein totes Haustier, den toten Vogel im Garten oder Nachrichtenmeldungen über Krieg und andere Katastrophen… Und mit spätestens 10 Jahren haben Kinder auch die Endgültigkeit des Todes begriffen.

Wichtig ist, Kindern auf ihre Fragen mit grundsätzlicher Gesprächsbereitschaft zu begegnen. Eines vorweg: Es gibt keine „richtigen“ oder „falschen“ Antworten.

Wichtig sind ehrliche und authentische Antworten, die das widerspiegeln, woran man selber glaubt  –  aber auch, woran man zweifelt! Wenn sie nicht an Gott glauben, brauchen sie ihren Kindern nicht zu vermitteln, dass sie dies tun würden.

Und wenn sie nicht hundertprozentig davon überzeugt sind, dass Menschen nach ihrem Tod weiter existent sind, dann geben Sie ruhig zu, dass Sie sich nicht ganz sicher sind.

Bücher zum Thema:

Earl A.Grollman (2000): Mit Kindern über den Tod sprechen. Ein Ratgeber für Eltern. Aussaat Taschenbuch

Annette Langen (2008): Vier Pfoten am Himmel. Ein Bilderbuch zum Thema Tod. Herder

 

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