Einzelkinder: Besser als ihr Ruf!

Einzelkindern sagen manche Menschen alle möglichen (und unmöglichen!) negativen Charaktereigenschaften nach.

Egozentrisch ist hier nur eine davon. Außerdem seien sie verwöhnt und egoistisch.

Kaum einer konzentriert sich aber auf all die Vorteile, die das Leben als Einzelkind mit sich bringt. Für die Kinder selbst  –  aber auch für die Eltern.

Viele Erziehungsexperten meinen nach wie vor, das Leben mit Geschwistern hätte für Kinder größere Vorteile, da Geschwister einander  (so die Expertenmeinung) im sozialen Verhalten wechselseitig trainieren.

Mit Freunden sei dies so nur bis zu einem gewissen Grad möglich.

Auch hätten Erstgeborene und Einzelkinder in schwierigen Zeiten ein höheres Bedürfnis nach emotionaler Zuwendung durch die Eltern.

Trotzdem gelten Geschwisterkinder nicht als lebenstüchtiger als Einzelkinder.

Allerdings leiden die wenigsten Einzelkinder darunter, keine Geschwister zu haben  –  Freunde haben nämlich einen entschiedenen Vorteil: Man kann sie sich aussuchen! Und später einmal, im Erwachsenenalter, ist es oft ohnehin so, dass nicht Geschwister sondern Freunde einem in schwierigen Lebenssituationen helfen.

Besser in der Schule

Im Vergleich zu gleichaltrigen Kindern aus kinderreichen Familien sind Einzelkinder normalerweise die besseren Schüler, sie erzielen die besseren Schulleistungen und verfügen über einen größeren Wortschatz.

In einer „Zwei-Kind-Familie“ gibt es nach Meinung von Erziehungsexperten eine Art „Tutoring-Effekt“, das heißt, das jüngere Kind profitiert vom älteren Kind und dessen Erfahrungen über bestimmte Lebenssituationen.

Einzelkinder erhalten meist mehr Zuwendung von ihrer Familie (Eltern, Großeltern, …) und agieren insbesondere bei Berufstätigkeit beider Elternteile oft auch souveräner: Sie sind in vielen Fällen selbstständiger und auch selbstbewusster.

Wichtig ist, dass Eltern von Einzelkindern darauf achten, dass diese ausreichend Kontakt zu anderen Kindern haben und Freundschaften pflegen, damit sie wichtige Regeln für das soziale Miteinander auch mit ihren Altersgenossen trainieren können.

Familienverhältnisse sind wichtiger

Letztlich sind die Familienverhältnisse aber entscheidender als die Frage, wie viele Kinder miteinander in einer Familie leben.

Bei näherer Betrachtung hält sich auch keines der bekannten Vorurteile über Einzelkinder.

Diese sind normalerweise nicht egoistischer, rücksichtsloser oder unsensibler als andere Kinder ihres Alters und was das Unwort „altklug“ betrifft, so mag es schlimmere Eigenschaften geben, über die ein menschliches Wesen verfügen kann.

Nicht ganz unwesentlich bei Fragen zur Familienplanung ist jedenfalls, dass ein Einzelkind sich leichter mit der beruflichen Karriere vereinbaren lässt.

Für Eltern selber ist es wahrscheinlich außerdem meist angenehmer, sich „nur“ mit einem Kind auseinanderzusetzen (statt mit mehreren) und auch im Bezug auf familiäre Finanzen ist man mit einem Einzelkind als Familie meist besser gestellt.

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