Aromatisches für kleine Feinschmecker?

Kinderprodukte rühmen sich gerne damit, Wertvolles für die Entwicklung der Kinder zu leisten. Sie sorgen für stabile Knochen, ausreichend Vitamine und damit für  viel Energie und Gesundheit und fördern das Heranwachsen der Kinder. Doch halten die Produkte, was sie versprechen? Was versteckt sich hinter natürlichen, künstlichen und naturidentische Aromastoffen, mit denen die angeblich so gesunden Produkte angereichert sind?

Fruchtig-roter Erdbeerjoghurt, sahnig-schokoladiger Pudding, duftende Kekse – gerade Kinderprodukte sind farblich ein echter Hingucker und laden durch ihr kräftiges Aroma die Kleinen zum sofortigen Verzehr ein. Über die Hälfte der Produkte, welche als Zielgruppe sehr junge Konsumenten ansprechen sollen, sind mit Aromastoffen verfeinert.

Vor allem Tees, Fruchtsäfte, Kekse und Breis werden gerne mit Aromastoffen „aufgemotzt“. Das spart Produktionskosten, da teure Zutaten durch das Aroma ersetzt werden können, und sichert gleichbleibenden Geschmack auch nach längerer Lagerung. Sind die Produkte also trotz all ihrer Aromastoffe noch gesund? Und was bedeuten eigentlich die Begriffe künstliche, naturidentische und natürliche Aromastoffe?

Aromastoffe

  • Natürliche Aromastoffe: Natürliches Aroma wird aus tierischen und pflanzlichen Rohstoffen gewonnen – allerdings werden sie nicht unbedingt aus den Rohstoffen erzeugt, wonach sie im Anschluss schmecken. So wird natürliches Erdbeeraroma beispielsweise aus Kartoffeln und Holzrinde erzeugt werden. Dies ist in der Produktion wesentlich günstiger als die Aromagewinnung aus echten Erdbeeren.
  • Naturidentische Aromastoffe: Ein naturidentisches Aroma gleicht einem echten Aroma kaum. Diese Aromastoffe werden synthetisch erzeugt, gleichen in ihrer Zusammensetzung allerdings dem natürlichen Produkt/ Aromastoff.
  • Künstliches Aroma: Hier ist der Name Programm. Diese Aromastoffe werden synthetisch erzeugt und folgen keinem natürlichen Vorbild. Hierbei handelt es sich um ein reines Kunstprodukt.

Verwendet man nur derlei Produkte, tritt eine Gewöhnung an die Aromastoffe ein. Frisch zubereitete Speisen wirken im Vergleich zu den aromatisierten Lebensmitteln dann schnell fade und geschmacklos. Annette kennt das Problem. “Ich achte bei meinen Kleinen schon auf eine gesunde Ernährung. Dennoch kann ich ihnen auch nicht alles verbieten. Vor allem Kinderjoghurts stehen bei meinen Kindern hoch im Kurs. Problem ist nur, dass diese Joghurts mit Fruchtaroma nicht mit einem echten Joghurt, in den man Früchte hineinschneidet, zu vergleichen sind. Als meine Kleine dann zum ersten Mal einen echten Pfirsich gegessen hatte, war sie gar nicht begeistert. Denn der Geschmack hatte rein gar nichts mit dem Pfirsichgeschmack, den sie von ihren Joghurts gewöhnt war, zu tun. Er war ihr viel zu wenig süß.“

Um solchen Gewöhnungseffekten vorzubeugen, sollten Eltern möglichst früh beginnen, ihren Kindern echte Aromen vorzusetzen. Obst, Gemüse und frisch zubereitete Speisen sollten von Anfang an auf dem Plan stehen, damit die Zunge an „echte“ Aromen gewöhnt wird, und die Kleinen diese Geschmacksrichtungen kennenlernen können.

Touren durch die regionalen und saisonalen Angebote sorgen für Abwechslung auf dem Tisch und zeigen den Kleinen, was es alles zu schmecken gibt. Je mehr verschiedene, natürliche Lebensmittel ein Kind kennenlernt, desto ausgeprägter wird dessen Geschmackssinn. Dabei kann man auch das breite Spektrum an Geschmacksvariationen eines einzigen Lebensmittels ausnutzen. So schmeckt ein Apfel pur sehr knackig, als Apfelmus cremig süß und im Kuchen weich und schmelzend. Frisch zubereitet kann man seine Kleinen hier auf spannende und leckere Aromareisen schicken – ganz natürlich und ohne künstliche Zusatzstoffe.

Auch Annette versucht, ihren Kindern natürliche Lebensmittel nahe zu bringen. „Anfangs war das gar nicht leicht. Ein echter Pfirsich konnte nicht mit süßen Pfirsichjoghurts mithalten. Ich verbiete meinen Kleinen solche Lebensmittel aber nicht, obwohl ich es natürlich lieber sähe, wenn sie mehr echtes Obst essen würden, als derlei künstliche Produkte zu naschen. Aber ich experimentiere, püriere echtes Obst zu einem leckeren Mus, mische das unter Joghurts. Ich backe leckere Früchtekuchen oder gesundes Früchtebrot. Ich versuche, meinen Kindern den echten Geschmack nahezubringen. Manchmal schmeckt es ihnen, manchmal nicht. Wir gehen einfach auf Entdeckungsreise und lernen dabei die Aromen der natürlichen Lebensmittel kennen. Wir haben alle Spaß daran.“

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